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Kurzfilm
Der Kurzfilm "Die Sahara" vermittelt einen kleinen Eindruck einer Wanderung.
Reisenotizen | Drucken |  Email
In der tunesischen Wste...
Ich erinnere mich an das erste Biwak.
Jeder hatte sich sein Bett im Sand gerichtet. Der Tag ging zu Ende, eine unvergleichliche Milde war zu spren. Auer uns keine Menschenseele weit und breit und die Dmmerung - wie wenn sie in der Luft steht. Herrliche ruhige Einsamkeit um die Dnen ... Und dann die so gute Suppe von Abdallah am Feuer.
Die Dromedare, die sich entfernen zum Weiden und die am nchsten Tag von Monzef und Marzoug eingesammelt werden.
Und die strkste Erinnerung, schon gleich am ersten Abend : die Zrtlichkeit, die Vertrautheit der Beduinen untereinander, wie Kinder zusammengerckt um das Feuer. Ihr Lachen. Ihre Lieder. Der Kopf des Jngsten im Scho des ltesten, Bab Salim, des Schtzers in der unendlichen Weite der Wste.
Der Himmel. Die Geschichten und die Lieder, die zu dem Sternenschwarm aufsteigen.
"Night in Tunisia" ist ein Titel von Dizzy Gillespie.
Jetzt verstehe ich ....
"Ein Abend berst von leuchtenden Gestirnen" sagt Saint John Perse.
Und so war es bis zur veilchenblauen Dmmerung.
Ein Geschenk der Nacht.

Luc Schillinger
September 2OO4




Welches Erlebnis am eindrucksvollsten war?
Schwer zu beschreiben, es gab so viele! Die Dnenlandschaften, der Wind im Sand, der ruhige Rhythmus der Tage, Sonnenuntergnge, Stille..... Der tiefste Moment fr mich war Nachts, unterm Sternenhimmel! Die ersten Nchte ist es schon sehr ungewohnt, am Boden zu schlafen, kein Dach ber den Kopf zu haben, alles offen. Schon bald gehrt es zum normalen Ablauf, und wird sogar zum Genuss! Dieses glitzernde Firmament ber mich mit seinen unermesslichen Geheimnissen, und ich, dort drunter eingebettet in warmen Decken, lie mich im Wiegenlied der Sternen, sanft in den Schlaf sinken ! Die Unendlichkeit des Universums sprte man, wenn man nachts aufwachte, die Augen aufschlug und die Sternen sah......Es ist sehr schwer Worte zu finden, um diese Empfindung zu beschreiben: man fhlte sich als ein Teil der Schpfung! Eins mit dem Universum!

Batrice Rieck
Oktober 2OO4




Bevor ich zum 1. Mal in der Sahara gewandert bin, sagten mir viele Leute, die diese Erfahrung gemacht hatten, dass die Wste wie eine Droge sei. Wenn man ein Mal dort war, hat man immer wieder das Bedrfnis zurckzukehren. Da ich vorher fter gewandert bin, die Natur und das Wandern besonders mag, habe ich tatschlich ganz neue und einmalige Erlebnisse in der Wste empfunden. Menschlich gesehen ist die Begegnung mit den Nomaden aus der Wste sehr stark, austausch- und entdeckungsreich. Ihren Alltag fr eine kurze Zeit mit ihnen zu teilen, ist sehr fremdartig. Ihre Kunst des berlebens, des Feuermachens, mit den Dromedaren umzugehen, ihre eigene Kunst des Brotbackens, ihre Fhigkeit sich zu orientieren in diesen gewaltigen Gebieten, wo Perspektiven und Distanzen verflscht sind, sind eindrucksvoll. Ich habe die Freude an das Gruppenleben wieder entdeckt und hatte endlich Zeit whrend der Laufstunden, der Pausen oder der langen Abenden am Feuer, mit Leuten, die mir nahe stehen, die ich aber im Laufe des Jahres zu selten sehen kann, zu diskutieren. Wobei die Abende am Feuer auch fr berlieferte Geschichten, Mrchen und Musik geeignet sind. Oder ich befand mich in einer eher meditativen Stimmung und bevorzugte alleine, getrennt von der restlichen Gruppe zu gehen, um fr eine gewisse Zeit mit mir selbst zu sein. Ich schtze ganz besonders den Moment am Ende des Tages, wenn wir zum bernachten halten und whrend die Nomaden sich um ihre Tiere kmmern und das Abendessen vorbereiten, erforsche ich die Gegend, auf der Suche nach einem blickgeschtzten Platz fr die Nacht hinter einer Dne. Ich liebe diesen kstlichen Moment der Einsamkeit und der Entspannung im Licht des Sonnenuntergangs. Ausschlielich in der Wste habe ich diese vollkommene Mischung von Intimitt und Gruppenleben gefunden. Die herrlichen und grandiosen Landschaften, die wir durchqueren, die Freude an der tglichen krperlichen Anstrengung, die Sonne und das absolute Glck den Horizont zu erforschen ohne jegliche Zeichen von Zivilisation zu sehen, ergeben eine einzigartige Alchimie. Jedes Mal bin ich von diesen Reisen ein bisschen verndert zurckgekehrt. Vielleicht komme ich jetzt den wesentlichen Erkenntnissen etwas nher, die ich anscheinend in meinem aktiven abendlndischen Leben nicht wahrnehme.

Benjamin Moussay
1. Oktober 2004





Meine Lieblingszeit aus diesen Tagen in der Wste ist der Sptnachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Lichtstrke nicht mehr die blendende Intensitt der Mittagsonne besitzt. Die zarten Schatten werfen dann ein magisches Helldunkel auf die Dnen.

Ich erinnere mich an einen besonderen Abend. Wir kommen an unserem Nachtlager an. Vom Gehen erschpft lasse ich mich auf eine Dne nieder mit Blick auf die Sonne. Im Vordergrund ist das von ihr geworfenes Licht sehr diffus, dagegen am Horizont brennt der Himmel von einem leuchtenden Rot, das kein Blick ertragen kann.

Diese kurzen Minuten, whrend derer die Sonne uns ihren letzten Atemzug des Tages schenkt, wirken wie unendlich. Sie scheint zu zgern unter zu gehen und wir, wir mchten sie festhalten, aus Angst sie wrde ber Nacht ihren Auftrag in Frage stellen und uns in einer unendlichen Dunkelheit lassen. Aber wir wissen, dass sie am nchsten Tag - treue Seele in dieser ungebndigten Gegend - ihr Licht und ihre Wrme wieder grozgig verbreiten wird. Sie wird das Leben in dieser Sandwste, die von jeglichem Wesen verlassen zu sein scheint, die aber von einem unerwarteten tierischen und pflanzlichen Leben bereichert ist, rhythmisch gestalten.

Marie-Paule Martz
August 2004




Ein Tag in der Wste
Am Horizont leuchtet das Licht des Morgenrots am Himmel. Das Feuer knistert, der Duft des Kaffees kitzelt meine Nase. Alle sind wach. Die Decke ber meinem Schlafsack ist wei vom Raureif. Morgen Abend werden wir im Zelt schlafen, das ist klar! Wir eilen zum Frhstck. Um das Feuer sitzen schon die Beduinen, die das Frhstck fr uns vorbereitet haben: frisches, in der Glut gebackenes Brot, Butter, Feigenmarmelade, Schmelzkse, Kekse, Kaffee, Tee, Milch. Dieses noch warme knusprige Brot, was fr ein Genuss !

Unsere Kameltreiber holen die Dromedare, beladen sie und los gehts. Wir folgen ihnen, einer hinter dem Anderen. Wir haben ein gutes Tempo. Unter unseren Fen ist der Sand teilweise hart. Es gibt mehrere Pausen von etwa einer halben Stunde, zum Trinken und um Mandeln und trockene Frchte zu verzehren. Dann laufen wir weiter bis zum Mittagessen.

Salim macht das Brot: Aus Mehl, Salz und Wasser bereitet er eine Mischung, die er zu einem Teig verarbeitet und formt daraus eine Kugel. Auf einem mit Mehl bestubten Tuch drckt er den Teig zu einem Fladen. Er breitet die Glut aus, in die er den Fladen hineinlegt und deckt ihn dann mit glhenden Holz zu. Nach etwa einer viertel Stunde wird das Brot aus dem Feuer gezogen und die restliche Glut entfernt.

Ich schaue hoch und sehe die Dromedare in der Weite unter einem intensiv blauen Himmel weiden. Was fr ein grandioser und friedlicher Platz! Man wnscht sich, dass die Zeit stehen bleibt!

Heute ist wenig Wind. Wir sitzen alle um einen kstlichen gemischten Salat aus Tomaten, Oliven, Thunfisch, Zwiebeln und Kraut. Das Ganze mit geschlter, fein geschnittener Zitrone und Olivenl gewrzt. Welche Kstlichkeiten so weit entfernt von der Zivilisation.

Nach dem Essen ist ein Mittagsschlaf vorgesehen. Pierrot und Roseline schlafen auf ihren Matten friedlich ein. Marie-Paule unterhlt sich mit den Beduinen. Melanie meint, dass Rachmaninov am besten fr diese Stimmung geeignet ist und setzt ihren Walkman auf. Ich begebe mich zu meiner Lieblingsbeschftigung, dem Schreiben.

Nach etwa drei Stunden zieht die Karawane weiter. Wir berqueren sehr hohe Sanddnen. Unntig zu erwhnen: Eine anstrengende Gymnastik. Aber was fr eine groartige Landschaft! Roseline und Melanie entscheiden sich, die restliche Strecke auf den Dromedaren zu reiten. Wir gehen zu Fu weiter bis zum Ort el Klika, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Unser Fhrer Adel erklrt uns, dass der Lagerplatz danach ausgewhlt wird, ob es dort fr die Dromedare Fressen gibt.

Uff ! Wir sind heute viel gelaufen, ungefhr fnf Stunden und wir spren es. Roseline und Melanie sagen, dass es erholsamer sei, auf den Dromedaren zu reiten.

Heute Nacht werden wir sehr bequem im Nomadenzelt schlafen. Melanie und Marie-Paule bevorzugen dennoch den freien Himmel.

Adel legt die Decken um das Feuer, damit wir darauf Platz nehmen knnen. Spter werden wir am wrmenden Feuer sitzen, essen, uns Geschichten erzhlen und singen. An unserem Lagerplatz brennen drei Feuer: eines fr das Brot, ein zweites fr den Tee und das dritte dient als Kochstelle. Den ganzen Abend wird frischer Tee zubereitet. Mohammed ist dafr zustndig. In die winzig kleine Teekanne fllt er vier Hnde voll Tee und genauso viel Zucker. Nach einer Weile karamellisiert der Zucker zischend am Schnabel der Teekanne durch die Hitze der Glut. Jeden Abend nach dem Essen bietet er uns seinen kstlichen, doch fr unsere europischen Gaumen viel zu sen Tee an.

Whrend des Essens hat es zu trpfeln begonnen. Unsere Nomaden sind darber hoch erfreut, whrend wir ihre Freude nicht teilen knnen. Sie holen ihre Instrumente heraus: Flte, Bendir (ein kleines Tambourin) und fangen an zu spielen. Adel und Salim singen ein Duett im Wechselgesang. Inzwischen hat es aufgehrt zu regnen. Wir lehnen uns an die groen Packkrbe unserer Dromedare und lassen uns, den Blick in den Sternen bersten Himmel gerichtet, vom Gesang hinwegtragen.

Marie-Odile Gully
Februar 2002


 
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Wir wrden uns sehr ber einen Eintrag in unser Gstebuch freuen!
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